Wann hast du das letzte Mal fünf Minuten nichts gemacht? Ich meine rein gar nichts, kein Handy, kein Fernsehen, kein Buch, keine Musik – rein gar nichts. Einfach nur stillsitzen und dem Moment lauschen. Für jemanden, der darin keine Übung hat, kann das eine verdammt lange Zeit sein.

Ich gebe zu, auch ich übersehe manchmal die Anzeichen dafür, dass es Zeit ist, eine Pause einzulegen. Es geht so schnell noch dieses oder jenes fertig zu machen und im Nu sind weitere fünf Minuten um. Mit ein bisschen Übung und Disziplin sind diese Pausen jedoch eine wahre Goldgrube. Sie helfen dir, dass du durchhältst, dranbleibst und weitermachst.

Das hat sich wohl der Erfinder der Pomodoro Technik auch gedacht und Pausenzeit bewusst in Zeiten des hochkonzentrierten Arbeitens eingebaut. Hast du schon mal etwas von dieser Technik gehört?

Die Pomodoro Technik ist eine Methode aus dem Zeitmanagement. Ihr Erfinder war Italiener und benannte sie nach dem italienischen Wort für Tomate (pomodoro), da er für die Zeitmessung einen Küchentimer verwendete, die die Form einer Tomate hatte. Mittlerweile gibt es die Pomodoro Technik als Apps für Handy und smartwatch. Doch auch ohne moderne Technik kannst du deine Aufgaben in fünfundzwanzig Minuten Blöcke einteilen. Versuche deine Aufgaben so konzentriert, wie möglich und ohne Störung von außen, in fünfundzwanzig Minuten abzuarbeiten und danach eine Pause von fünf Minuten einzulegen. Danach beginnst du von vorne und spätestens nach drei Wiederholungen legst du eine Pause von fünfzehn Minuten ein, bevor du weitermachst. Es sind die kurzen Pausen, die die Methode so wertvoll machen.

Probiere es mal aus. Es läuft dir nichts davon. Du machst eine neue Erfahrung und kannst dabei nur gewinnen. Vielleicht kommt dir eine spontane Idee, ein neuer Gedanke oder einfach rein gar nichts. Du gönnst deinem System auf jeden Fall mal eine Pause.

Niemand ist jeden Tag gleich motiviert, doch zu wissen, dass am Ende einer Session des konzentrierten Arbeitens von fünfundzwanzig Minuten eine Pause von fünf Minuten folgt, hilft mir auch in schwierigen Zeiten durchzuhalten und mein Ziel zu verfolgen.

In meinen Aufräumsessions kommt genau diese Technik zum Einsatz. Pausen helfen Energie zu tanken. Oftmals macht man beim Aufräumen ungewohnte körperliche Bewegungen, kniet am Boden oder bückt sich einfach nur öfter als üblich. Daher ist meine Empfehlung in deine Pausen bewusst ein bis zwei Streck- und Dehnungsübungen einzubauen, ein Glas Wasser zu trinken oder kurz zu lüften.

Stell dir auf jeden Fall einen Wecker und schalte dein Handy zumindest auf lautlos oder aktiviere den Flugzeugmodus während der gesamten Pomodoro Technik. Die Pausen sind nicht dazu da, um verpasste Anrufer:in zu erreichen oder deine Textnachrichten oder E-Mails zu beantworten. Damit tust du deiner Konzentration und deiner Aufmerksamkeit keinen Gefallen.

Wichtig ist bei all diesen Techniken, dass du darauf hörst, was für dich das Beste ist. Probiere es aus und erfinde deine eigene Methode, die dich unterstützt deine innere Kraft und Stärke auch in turbulenten Zeiten zu bewahren.

Ich wünsche Dir damit gutes Gelingen!

Ich sehe Dich!

Deine Verena