Kennst du das Spiel Mikado? Hierzu werden bunte, hölzerne Stäbchen wild durcheinander auf einen Tisch geworden. Nun darf ein:e Spieler:in solange Stäbchen einsammeln ohne, dass die anderen Stäbchen ihre Position verändern oder bewegen. Sobald das passiert, kommt der nächste Spieler:in an die Reihe. Gewonnen hat jener Spieler:in, der am Ende die meisten Stäbchen eingesammelt hat.

Ich vergleiche innere und äußere Ordnung gerne mit diesem Mikado Spiel. Alle Dinge haben eine Wechselwirkung auf andere Dinge. Wenn ich in einer Ecke aufräume hat das Auswirkung auf ihre Umgebung und im weiteren Sinne auf mich und meine innere Ordnung. Sobald ich mir dessen bewusst bin, kann ich es zu meinen Gunsten nutzen. Wir können zwar nicht genau wissen, welche Aktionen, Handlungen und Taten uns wie zu innerer und äußerer Ordnung führen. Doch eines ist gewiss: jede Veränderung hat eine Auswirkung auf dein System. Wir stehen in Beziehung zu all dem, was uns umgibt, wir können uns davon nicht isolieren. Es gibt immer eine Wechselwirkung. Das hat seine Vorteile, denn auch wir können aktiv durch unser Zutun, Dinge verändern. Ist ein gewisser Lebensbereich ins Stocken geraten, kannst du ihn durch gezieltes Aufräumen und Ausmisten wieder in seinen natürlichen Fluss bringen. Mit Aufräumen und Ausmisten ist der ersten Schritt noch dazu sehr einfach.

Sieh dir in deinem Zuhause jene Bereiche an, wo immer wieder eine gewisse Unordnung herrscht. Das ist nicht zufällig. Unordnung zieht weitere Unordnung an. Dem entgegen zu wirken, braucht es deine Bewusstheit, deine Disziplin und deine Willenskraft eine Veränderung herbei führen zu wollen. Doch in erster Linie braucht es Akzeptanz des derzeitigen Ist-Zustandes. Dein Zuhause spiegelt deinen aktuellen inneren Zustand wider. Finde heraus, warum du immer wieder in ein altes Muster verfällst und deine Sachen unordentlich liegen lässt. Kann es sein, dass du dich vielleicht wie ein rebellischer Teenager, der versucht Aufmerksamkeit zu bekommen, verhältst? Dann mach dir bewusst, dass du kein Teenager mehr bist und du mittlerweile andere Wege gefunden hast, um die gewünschte Aufmerksamkeit zu bekommen.

Es könnte aber auch ein, dass du dich insgeheim mit deiner Unordnung ständig beschäftigt hältst, da du sonst nicht weißt, was du mit der gewonnenen, freien Zeit anfangen sollst. Finde heraus, wovor du davonrennst und übe dich im Nichtstun. Diese zwei Beispiele sollen dir verdeutlichen, dass es für dein Handeln einen Grund gibt. Finde heraus, was für dich zutrifft.

Umgekehrt kannst du natürlich auch den Test machen. Nimm einen Bereich in deinem Zuhause, der meistens ordentlich ist und halte ihn für ein paar Tage unordentlich. Du wirst schnell merken, wie sich das auf weitere Lebensbereiche auswirkt. Gleiches zieht Gleiches an. Mach dir das zu Nutze und räume dein Zuhause auf, wenn du das Gefühl hast, nichts läuft so, wie du es dir vorstellst.

Es ist von Vorteil trotz allen Aufräumen und Ausmistens eine Chaoslade zu besitzen. Es ist unendlich befreiend eine Lade zu definieren, in der immer Chaos herrschen darf. Doch vergiss nicht auch diese von Zeit zu Zeit auszumisten, spätestens kurz bevor sich das Chaos auf andere Bereiche auszudehnen droht.

Gehe bei all deinen Aufräum- und Ausmistaktionen mit System vor. Setz dir einen Zeitrahmen, lege einen Bereich fest, fange klein an und achte auf dein Energielevel. Ganz egal, ob du vor hast eine Lade, eine komplette Kommode oder ein Zimmer aufzuräumen, gehe Schritt für Schritt deine Dinge durch und entscheide, was bleibt und was gehen darf. Doch vergiss am Ende jeder Session nicht, dass jene Dinge, bei denen du dich entschieden hast, dass du dich trennen möchtest, auch tatsächlich dein Zuhause verlassen. Ansonsten hast du nur ihre Position verändert und dich nicht wirklich von deinem Gerümpel befreit. Der Abschluss ist genauso wichtig, wie damit anzufangen aufzuräumen.

Schaffe dir ein System. Ein System, dass für dich funktioniert. Es gibt unzählige Aufräumratgeber. Probiere aus was für dich am besten funktioniert und wandle es so um, dass du langfristig dabeibleibst. Du kennst dich selbst am besten, niemand kann dir etwas beibringen, was du nicht im Grunde genommen schon weißt!

Vertraue auf Dich!

Ich sehe Dich!

Deine Verena