Kannst du wahre Freude empfinden?

Schließ mal für einen Moment deine Augen und versuche dein Herz zu spüren. Was taucht auf?

Bei mir erscheint das Bild einer weißen Winterlandschaft, eingehüllt in eine dicke, weiche Schneedecke. Rauch steigt auf aus den Häusern ringsum und innen drinnen ist es kuschelig warm. Am Waldesrand kaut ein Reh genüsslich an einem Zweig, ein Eichhörnchen springt von Ast zu Ast und lässt Schnee herunter rieseln. Alles in und um mich ist still.

Dieses Bild zaubert mir ein Lächeln auf meine Lippen. Es gibt unzählige solcher Bilder, die ich in meinem Herzen trage. Sie alle bereiten mir große Freude.

Allzu oft lassen wir uns jedoch ablenken durch äußere Bilder, Situationen und Vorkommnisse. Wir verlieren die Verbindung zu unseren Bildern und wachen plötzlich in einer grauen Betonwüste auf. Kein Wunder, dass uns das zu tiefst depressiv stimmt.

Die Bilder im außen fühlen sich nur real an, weil wir ihnen Raum und Bedeutung geben. Du hast in jedem Moment die Wahl, welche Bilddatei du in deinem Inneren hervorholen möchtest.

Die Bilder, die du siehst, wenn du deine Augen öffnest sind nicht immer die Bilder, die du in deinem Herzen trägst. Sie kommen uns nur real vor, weil wir gewohnt sind sie zu sehen. Diese Bilder sind Teil unserer Komfortzone. Dort haben wir es uns bequem gemacht. Neue Gewohnheiten und Rituale können uns helfen unsere Komfortzone zu verlassen und unsere Sichtweise zu erweitern.

Siehst du in deinem Zuhause, in deiner Umgebung oder am Arbeitsplatz nur Unordnung und Chaos, wird es mehr davon anziehen. Damit das nicht passiert kann dir ein neues Ritual helfen deine Komfortzone zu verlassen. Eine Möglichkeit ist jeden Abend einen Timer auf 10 Minuten zu stellen und liegen gebliebenes an seinen Platz zurückbringen. Vieles lässt sich in 10 Minuten erledigen. Hat sich jedoch seit Wochen ein Rückstau gebildet, wir es wohl zu den täglichen 10 Minuten etwas mehr Zeit benötigen, um diesen Rückstand abzuarbeiten. Ich bin mir sicher, dass es dir nicht an Ideen mangelt, wie du die Sache angehen könntest.

Doch wie kannst du dabei Freude empfinden? Musst du nicht. Nein, gar nicht. Aufräumen kann auch nur ein Mittel zum Zweck sein, nämlich, dass du dich zu Hause wohler fühlst, dass du ganz entspannt jeder Zeit Gäste empfangen kannst ohne wie eine Verrückte, ein Verrückter nach dem Ertönen der Türglocke deine dreckigen Unterhosen in die Wäschetone wirst. Es kann dir außerdem helfen mehr Klarheit darüber zu bekommen, was du wirklich in deinem Leben willst.

Deine äußere Umgebung spiegelt deinen inneren Zustand wieder. Durch Aufräumen entdeckst du unweigerlich Dinge oder Gewohnheiten, die sich als reine Zeitfresser entpuppen, die dir aber in Wahrheit weder Freude noch Erfüllung bringen. Sie lassen dich nur automatisch auf die Bilddatei mit der grauen Betonwüste zurückgreifen. Halte inne und wähle eine andere Datei, eine, die dir im besten Fall Freude bringt. Solltest du dennoch eine Bilddatei erwischen, die auch nicht besser ist als eine graue Betonwüste, so hast du für einen Moment deine Komfortzone verlassen. Gratulation! Probiere es gleich noch einmal aus! Es gibt eine Bilddatei, die dich wahre Freude empfinden lässt, da bin ich mir ganz sicher.

Gib nicht auf!

Ich sehe Dich!

Deine Verena